Killing Nazis

Die Film-Doku „Killing Nazis“ erzählt die reale Geschichte eines wahren „Inglourious Basterd“, des heute 91-jährigen Alfred Müller aus Wien-Ottakring. Als Jugendlicher vor den Nazis nach Palästina geflüchtet, wurde er im Exil zu Chaim Miller und in einer Spezialeinheit der britischen Armee für den Einsatz als Agent in Nazi-Uniform ausgebildet. 1945 kehrte er als Soldat der „Jüdischen Brigaden“ zurück nach Österreich, wo seine Eltern im Holocaust ermordet wurden. Alfred Müller übte mit seiner Einheit in Selbstjustiz Rache, indem er Dutzende SS- und Gestapoangehörige aufspürte, entführte, verhörte und hinrichtete.
Der Film lässt den Zuseher miterleben und mitfühlen, wie und warum Chaim Miller vom Opfer zum Täter wurde, und er zeigt eindrucksvoll, wie das Leben eines Menschen durch die Geschichte geprägt wird und wie die Geschichte durch das Leben eines Menschen beeinflusst wird.
Geboren 1921 im Wiener Arbeiterbezirk Ottakring, wächst Alfred Müller im „roten Wien“ auf, begleitet seinen Vater zu den Parteiveranstaltungen und großen Demonstrationen der Sozialdemokratie. Dass er Jude ist, „hatte für mich keine Bedeutung, denn Religion hat mich nie interessiert.“ Doch mit dem Aufkommen der Nationalsozialisten erkennt Alfred Müller, „dass ich als Jude hier keine Zukunft habe“ und beschließt, nach Palästina zu emigrieren. Dafür bricht er die Schule ab und macht die Lehre zum Schlosser. Mit dem Anschluss Österreichs im März 1938 „haben sie mich noch am selben Tag rausgeschmissen.“ Als er kurz darauf beim Treffen mit anderen zionistischen Jugendlichen, die sich gemeinsam auf die Emigration vorbereiten, von einem HJ-Trupp überfallen und blutig geschlagen wird, packt er seine Sachen. Seine Eltern wollen ihn zum Bleiben überreden, sagen „Dieser Hitler wird sich nicht halten“, doch Alfred Müllers Entschluss ist gefasst. Im Februar 1939 hat der 17-Jährige die nötigen Papiere beisammen und verabschiedet sich von den Eltern: „Danach habe ich sie nie mehr wieder gesehen“.

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